Mitglieder der IPPO-Gesellschaft in Darmstadt trafen sich mit dem deutschen Astronauten Thomas Reiter.

Auf Einladung von Ferdinand Stegbauer, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins für Geschichte, Heimatpflege und Kultur (GHK) in Neu-Isenburg, trafen sich die Vorsitzenden des Darmstädter KOPG-Vereines  Denis  Sudobin, Michail Krjukov und Anastasia Krjukov am 5. September 2019 mit dem deutschen ESA-Astronauten Thomas Reiter und Bürgermeister Herbert Hunkel in Neu-Isenburg.

Forschung und internationale Zusammenarbeit gehören zu den tragenden Säulen der KOPG-Gesellschaft in Darmstadt. Die Vertretung beteiligt sich an der Arbeit der Gruppe des russisch-deutschen Dialogs von öffentlichen Organisationen und Unternehmen in Darmstadt.

Thomas Reiter absolvierte die Goetheschule (Gymnasium) in seiner Heimatstadt Neu-Isenburg und wurde nach seinem Aufenthalt auf der russischen Raumstation MIR im Jahr 1996 Ehrenbürger der Stadt.  Sogar eine Straße in Neu-Isenburg  wurde nach ihm benannt. Seinen ersten Raumflug begann Thomas Reiter am 03. September 1995 als Flugingenieur an Bord der russischen Raumfähre Sojus TM-22. An Bord der Raumstation MIR nahm er an der 20. Hauptexpedition teil. Während dieser EUROMIR 95-Expedition verbrachte Thomas Reiter 179 Tage 1 Stunde und 41 Minuten im Weltraum. Im Rahmen seines Aufenthaltes auf der MIR führte er zwei Weltraumausstiege mit einer Gesamtdauer von 8 Stunden und 22 Minuten durch.

Thomas Reiter war der erste deutsche ESA-Astronaut, der in einem russischen Raumfahrt-Skaphander aus der Raumstation MIR aussteigen durfte und im offenen Weltraum frei schwebte. Am 4. Juli 2006 nahm er an einem zweiten Raumflug teil, dieses Mal im amerikanischen Space-Shuttle STS-121. Reiter, der am 6. Juli 2006 auf der Internationalen Raumstation ISS ankam, nahm als zweiter Flugingenieur an den ISS-Expeditionen 13 und 14  teil und arbeitete mehr als fünf Monate lang auf der Internationalen Raumstation. Während dieses Fluges machte er seinen dritten Weltraumspaziergang, der 5 Stunden 54 Minuten dauerte. Dabei trug er einen Raumanzug der NASA. Die Flugdauer betrug 171 Tage, 3 Stunden und 54 Minuten und 5 Sekunden. Die Dauer der beiden Flüge zusammen betrug 350 Tage 5 Stunden und 35 Minuten. Bereits 1996 erhielt Thomas Reiter den Orden der Freundschaft der Russischen Föderation für seine Verdienste in der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen von EUROMIR 95 auf der russischen Raumstation MIR. Die russischen Kosmonauten Juri Gidzenko, Sergei Avdejew und der ESA-Astronaut Thomas Reiter wurden Freunde.

In seinem Bericht am 5. September 2019 sprach Thomas Reiter, heute ESA-Koordinator für internationale Agenturen und Berater des ESA-Generaldirektors Jan Wörner, über aktuelle Trends in der Weltraumforschung, neue Herausforderungen bei der Regulierung der ständig wachsenden Anzahl von Satelliten, das Problem der Weltraumverschmutzung und die Kommerzialisierung. Nachdem er ausführlich über die Projekte zur Erforschung von Mond und Mars berichtet hatte, äußerte er die Hoffnung auf eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation.

In einem persönlichen Gespräch mit H. Hunkel, D. Sudobin, F. Stegbauer, M. und A. Krjukov betonte Thomas Reiter die Bedeutung des internationalen Dialogs zwischen unseren Ländern. Er erzählte seine persönlichen Eindrücke und Geschichten über die Zusammenarbeit mit seinen russischen Kollegen. Am Ende des Treffens tauschten die Teilnehmer unvergessliche Geschenke aus.

Im November 2018, am zweiten Tag nach der Eröffnung der Gedenktafel an Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna in Darmstadt, war der Besuch des KOPG-Vorsitzenden Sergey Stepashin und des Generalkonsuls der Russischen Föderation in Frankfurt am Main A. B. Bulay im Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC  in Darmstadt und ein Treffen mit Thomas Reiter geplant. Aufgrund des dichten Terminkalenders wurde beschlossen, das Treffen auf das nächste Mal zu verschieben.

Ferdinand Stegbauer, der Organisator des Neu-Isenburger Treffens, wurde bereits im November 2018 vom Vorsitzenden des KOPG eine Ehrenurkunde überreicht.